Die Anfänge der regionalen Zusammenarbeit

Ausgangssituation

Bis zur Mitte des Jahres 1991 waren die Aufgaben in der Region klar verteilt. Dialog oder Kommunikationsstrukturen der regionalen Akteure bestanden auf nahezu allen Ebenen so gut wie gar nicht.

Der Bonn/Berlin-Beschluss vom 20. Juni 1991 stellte die bis dahin sehr günstig verlaufende Entwicklung der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler plötzlich in Frage. Binnen kürzester Zeit mussten sich die Stadt und die Region im Wettbewerb mit anderen Städten und Regionen neu positionieren. Nahezu im "Zeitraffer" hat die Region einen tiefgreifenden Strukturwandel durchgemacht, der zu einem intensiven regionalen, Grenzen überschreitenden Dialog zur Bewältigung des notwendigen Strukturwandels führte. Die verantwortlichen Akteure nutzten die neue Situation als Chance zu einem regionalen Diskussions-, Partizipations- und Gestaltungsprozess. Die Idee des :rak war geboren. Die Einigkeit der Region bezüglich der gewünschten Entwicklungsziele erleichterte die Erarbeitung einer raumordnerischen sowie einer strukturpolitischen Konzeption zur Bewältigung dieses Strukturwandels. Die abgestimmten Strategien wurden folglich im regionalen Konsens unter Einbindung der gesellschaftlichen Gruppen erarbeitet und bilden seither ein tragfähiges Gerüst für die seit 1991 anhaltende freiwillige regionale Kooperation.


Der Regionale Arbeitskreis Entwicklung, Planung und Verkehr Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler (:rak)

Der :rak ist eine freiwillige Kooperationsform, in der die beiden Kreise und alle 28 Städte, Gemeinden und Verbandsgemeinden der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler in Aufgabenfeldern der räumlichen Planung aktiv sind. Ziel ist es, mit dem Instrument der freiwilligen Kooperation die nachhaltige Raumentwicklung in der Region zu fördern und auf die sich immer rascher ändernden gesellschaftlichen Anforderungen reagieren zu können. Der :rak stellt ein Bindeglied zwischen der örtlichen Planungshoheit der Städte, Gemeinden und der Landesplanung dar, indem er durch Informationsaustausch und Kommunikation dazu beiträgt, gemeinsam abgestimmte Projektentwicklungen auf die kommunale Ebene zu befördern.

Konkret ist diese Vorgehensweise durch nicht-förmliche Verfahren auf der Basis der freiwilligen Selbstbindung (Kommunikation, Moderation) gekennzeichnet. Der :rak hat eine zentrale, steuernde Funktion, indem er den Diskussionsprozess bei der Definition gemeinsamer Ziele/Qualitäten mit den regionalen Akteuren moderiert, und damit die gemeinsame Basis dezentralen Handelns bildet. Neben ständigen Mitgliedern, Beratern (Gutachtern) werden themenbezogen Gäste eingeladen. Der :rak beschreitet als informeller Arbeitskreis neue Wege der Projektsteuerung und Verfahrensweisen. Er hat keine Beschlusskompetenz, spricht jedoch Empfehlungen aus, die von den entsprechenden Planungsgremien (Kreistagen, Stadt- bzw. Gemeinderäten) entschieden werden können. Seit November 2001 ist die freiwillige regionale Kooperation durch einen Kooperationsvertrag vertraglich geregelt. Danach wechselt die Geschäftsstelle alle zwei Jahre zwischen dem Landkreis Ahrweiler, dem Rhein-Sieg-Kreis und der Bundesstadt Bonn.