6. Regionale Informationsveranstaltung:
Mehr oder Weniger? Wohnraumentwicklung unter veränderten Rahmenbedingungen

Am 21.11.2005 begrüßte Herr Landrat Kühn im Kreishaus des Rhein- Sieg- Kreises in Siegburg 120 Teilnehmer und Referenten - Experten aus Forschung, Verwaltung und Wohnungswirtschaft - zu einer zweitägigen Fachtagung zum Thema "Mehr oder Weniger? Wohnraumentwicklung unter veränderten Rahmenbedingungen". Eingeladen hatte der :rak zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Regionalinitiativen (ADR) / FutuRegio, dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), dem Forum Baulandmanagement, dem Informationskreis für Raumplanung e.V. (IfR) und dem Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung und Bauwesen NRW (ILS NRW).

Die Veranstaltung war die sechste der regelmäßig stattfindenden "Regionalen Informationsveranstaltungen", in denen der :rak mit einer breiten Fachöffentlichkeit Probleme, Fragestellungen sowie zukünftige Handlungsfelder und Strategien der Stadt- und Regionalplanung diskutiert.

Mehr oder Weniger?

Seit über einem Jahrzehnt arbeitet die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler mit hoher Intensität an der Entwicklung einer gemeinsamen Wohnungsmarktstrategie - und dies mit Erfolg. Auf einer 1992 in Auftrag gegebenen regionalen Wohnungsmarktuntersuchung aufbauend, die sich erstmalig in der Region einer prozessbegleitenden Moderation und neuer Partizipationselemente bediente, wurde ein Bedarf an rund 50.000 Wohneinheiten bis 2010 festgestellt. Diese sind heute - 5 Jahre vor Ablauf des Prognosezeitraums - bereits erreicht. Unterstützt durch ein Impulsprogramm, Impulsauszeichnung sowie eine Strategie der regionalen Budgetierung der Wohnungsbauförderung, konnten gleichzeitig für den Wohnungs(neu)bau Anforderungen an wohnungs- und städtebauliche, soziale und ökologische Qualitäten formuliert werden, die dem Ziel einer nachhaltigen Raumentwicklung entsprechen. Heute, fast 15 Jahre nach dem "Bonn-Berlin-Beschluss", liegen Prognosen vor, die bis 2020 für die Region ein etwa gleich großes Bevölkerungswachstum wie in den vergangen 15 Jahren vorhersagen: ein weiteres Plus von 100.000 Menschen. Diese Entwicklung gilt es einzuordnen in den allgemein beschriebenen demographischen Wandel in der Gesellschaftsstruktur der Bundesrepublik, der zu erheblichen Veränderungen führen wird: "Wir werden weniger, wir werden älter, wir werden bunter". Mit dieser knappen Formel sind Geburtenrückgang, Alterung und Zuwanderung als drei wesentliche Komponenten des demographischen Wandels beschrieben.

Ein Forschungsverbund zwischen dem ILS NRW in Dortmund sowie den Geographischen Instituten in Münster und Bonn setzt hier an und beschäftigt sich mit daraus resultierenden Folgen für das Wanderungsgeschehen in den vier nordrhein-westfälischen Stadtregionen Münster, Essen, Wuppertal und Bonn. Erste Zwischenergebnisse aus dem Forschungsverbund wurden präsentiert. In drei Werkstätten wurde den Fragen nachgegangen,

Die Forschungserkenntnisse wurden in einem zweiten Schritt von Entscheidungsträgern und Experten aus den Untersuchungsregionen sowie anderen Regionen Deutschlands (quasi von 'innen' und 'außen') kommentiert und in ihren Wirkungen für eine stadtregionale Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik diskutiert.
Projekt - Unterlagen
• ob es eine Rückwanderung in die Kernstädte gibt,

• ob neue Lebensstile als Wanderungsmotive eine Rolle in den Stadtregionen spielen und

• ob sozialräumliche Segregation eine Folge von Schrumpfungserscheinungen sein wird.
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